Ergebnisse der qualitativen Interviews mit den Akteursgruppen veröffentlicht

Nach vielen Monate der Reviews und langen Wartezeiten auf die Annahme des Papers ist nun endlich die qualitative Studie erschienen. Sie enthält das Material der Befragungen aller Akteursgruppen, die direkt oder indirekt an der Versorgung der Mundgesundheit von ambulant Pflegebedürftigen beteiligt sind.

Porzelt S, Koenig A, Heyke M, Behrens-Potratz A, Stratmeyer P, Schmage P, Konnopka C, Schellhammer S, Scherer M, Konnopka A, Zimmermann T and the InSEMaP group (2026), Barriers, challenges, and facilitators in oral health care for older adults in home-based care: stakeholder perspectives from Germany https://doi.org/10.1186/s12877-026-08219-7

Hintergrund: Angesichts der steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland nimmt die Prävalenz chronischer Erkrankungen zu und die Mundgesundheit verschlechtert sich. Viele ältere Menschen mit funktionellen Einschränkungen, die zu Hause leben, können ihre Mundhygiene nicht mehr selbstständig aufrechterhalten und sind daher auf Pflegekräfte angewiesen. Folglich hängt die Qualität der Mundpflege oft von diesen Pflegekräften ab. An der mundgesundheitlichen Versorgung im ambulanten Bereich sind Zahnärzt:innen, Zahnarzthelferinnen, Hausärzt:innen sowie professionelle Pflegende sowie pflegende Angehörige beteilligt. Das führt im fragmentierten deutschen Gesundheitssystem mit seinen unterschiedlichen Zuständigkeiten und Erstattungsmodellen häufig zu einer mangelnden Koordination zwischen diesen Akteursgruppen.

Unser Ziel war es, die Perspektiven der genannten Akteur:innen zu untersuchen. Hindernisse, Herausforderungen und fördernde Faktoren im Zusammenhang mit der Erbringung und der Inanspruchnahme der zahnmedizinischen Leistungen für ältere Menschen in häuslicher Pflege sollten identifiziert werden.

Methoden: Im Rahmen von InSEMaP führten wir eine qualitative Studie durch, die sowohl homogene als auch heterogene Fokusgruppen mit Akteuren umfasste und durch Einzelinterviews ergänzt wurde, die in der zahnmedizinischen Versorgung von häuslich versorgten Personen in Hamburg tätig sind. Alle Interviews wurden digital aufgezeichnet, wortgetreu transkribiert und mittels einer deduktiv-induktiven qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet.

Ergebnisse: Insgesamt nahmen 55 Interessengruppenmitglieder an sechs homogenen Fokusgruppen (n=29), zwei heterogenen Fokusgruppen (n=9) und 17 Einzelinterviews teil. Es kristallisierten sich drei Hauptthemen heraus: (1) Förderfaktoren und Herausforderungen in der zahnmedizinischen Versorgung, (2) Inanspruchnahme zahnärztlicher Versorgung und (3) interprofessionelle Zusammenarbeit.

Schlussfolgerungen: Die Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung älterer, ambulant pflegebedürftiger Menschen erfordert ein stärkeres Bewusstsein, wie bedeutsam die Mundgesundheit für die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden ist. Unsere Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer strukturierten interprofessionellen Zusammenarbeit sowie von Reformen bei den Vergütungsmodellen, der Schulung von Pflegekräften, der Digitalisierung und der Koordination der Versorgung. Die Berücksichtigung dieser Faktoren kann dazu beitragen, die zahnmedizinische Versorgung ambulant pflegebedürftiger Menschen zu verbessern.

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